Claus Peymann im Schwimmenden Salon

Claus Peymann im Schwimmenden Salon
Bildquelle/Urheber: © Mitgiftler
Kategorie: Veranstaltungen
Thema: Kultur & Kulturgeschichte
Autor: Effenberger Ursula
Erstellt am 5.7.2016
letzte Änderung 6.7.2016

 

Er wirkt sympathisch.
Ein alter „Großer“, einer von den „Großen“. Ein Freundlicher, so scheint es, ein Schelm.  Thomas Bernhard so zu lesen, dass keiner  abgelenkt ist, alle in seinem Bann sind. Nicht das Rascheln der Deko und nicht der Lärm, der nicht zu überhörenden Kurgäste im Restaurant des alten Thermalbad Bad Vöslau, können von ihm ablenken. Nicht von ihm und nicht vom gelesenen Wort.

Pointen, kleine scharf positionierte Pointen. Er lächelt, er bringt das Publikum zum Lachen. Es wäre ein Verlust gewesen der Müdigkeit des Nachmittags nachzugeben.  Das Bühnenbild, getragen durch die Umgebung, könnte nicht grandioser sein. Die alten Kabanen und die ebenso alten Damen, die im Vordergrund im kühlen Nass ihre Runden schwimmen. Die Haarpracht - streng gedrehte Locken, penibel hochgesteckt, das keine Strähne mit dem kühlen Nass in Berührung kommt.

Er beendet seine Vorstellung. Mehr als eine Stunde lesen, kein Schluck aus der Wasserflasche. Präzise, pointiert, großes Theater auf der kleinen Seebühne in der kleinen Provinzstadt mit kaiserlichem Flair. Jemand hat Wiesenblumen auf die Bühne gelegt. Triumphierend nimmt er sie hoch. Dankt dem Publikum. Er hatte seinen Auftritt, er wird bejubelt.

Dann noch das signieren der Bücher – Holzfällen.  Er war ein Naher, man kann es spüren. Er war ihm nahe, dem Autor.  Am Aufgang zur Bühne sitzend signiert er unermüdlich die Bücher Thomas Bernhards. Heute ist ein großer Tag. Für alle. Sehr fein.

www.facebook.com/polly.adler1/?fref= ...

MITGIFT Verlag

Web: www.mitgift.at
E-Mail: office@mitgift.at
Bundeskanzleramt Kultur
BUCH13