Fachessays

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Kategorie: Essays
Thema: Kultur & Kulturgeschichte, Philosophie, Ethik, Religion, Gesellschaft & Soziales, Humor & Comics
Autor: Krampl Sarah
Verlag: Eigenverlag
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Leseprobe

MICHEL DE MONTAIGNE - EIN ZEITLOSER PHILOSOPH UND MENSCHENKENNER

 Mit seinem Hauptwerk "Die Essays" (1580) wollte Michel de Montaigne dem Leser ein unverfälschtes Bild seines Menschseins liefern und das ist ihm gelungen. Michel de Montaigne (1533-1592) war ein kritischer, skeptischer, weltoffener Philosoph und Politiker, der sich in seinen Schriften hauptsächlich mit den Schwächen und Stärken des Menschen befasste. Er nahm sich selbst als Studienobjekt und scheute nicht zurück auch über seine Schwächen und Fehlern zu sprechen. Sein Motto lautete: "Qué sais-je?" "Was weiß ich?". Zur Untermaltung seiner Gedanken zog er vor allem römische Dichter wie Lukrez, Seneca und Plutarch heran.

Durch seine Menschenkenntnis, seine Selbstbeobachtung und Selbsterforschung wurde Michel de Montaigne zu einer der Väter der Anthropologie

Als Mensch war er zu Lebzeiten sehr beliebt und in der politischen Öffentlichkeit präsent, unter anderem als Bürgermeister von Bordeaux. Er unternahm mehrere Reisen quer durch Europa, besuchte viele Dichter wie Torquato Tasso ("La gerusalemme liberata") und Politiker wie Heinrich von Navarra und bekam als Katholik von Papst Gregor XIII eine Audienz.

Montaigne hatte kein einfaches Leben: Sein bester Freund Ètienne de la Boetie - der das antimachiavellistische Werk "Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen" schrieb - starb sehr früh, von 5 seiner Kinder überlebte nur ein Kind und die Grausamkeit des religionsmotivierten Bürgerkriegs, vor allem die Bartholomäusnacht, deprimierte und erschreckte ihn zugleich. Enttäuscht und entrüstet, zog er sich im Alter von 38 Jahren in seinem Schloss zurück und ließ auf den Deckenbalken seiner Bibliothek 50 klassische Zitate eingravieren, wie zum Beispiel: "Höchstes Geschick des Menschen ist es, die Dinge zu nehmen wie sie sind und das Übrige nicht zu fürchten".

 Wie verarbeitete Montaigne seine negativen Erfahrungen mit dem Tod?

Montaigne schrieb ein Essay mit der Überschrift "Philosophie heißt sterben lernen" (Zitat von Sokrates). Darin kommt er zu folgenden Schlussfolgerungen: Der Tod soll verachtet werden, Schmerzen sollen ertragen werden und auf das Ende soll sich der Mensch seelisch vorbereiten, indem er jeden Tag an den Tod, an sein Ende, denkt. Folgende Zitate aus diesem Essay sollen dies veranschaulichen:

"Das Ziel unseres Lebenslaufes ist der Tod; zwangsweise richten wir unseren Blick auf ihn: wenn er uns erschreckt, wie können wir da einen Schritt ohne Schaudern gehen? Was tut der gemeine Mann dagegen? Er denkt nicht daran; aber welch tierischer Stumpfsinn gehört dazu, einer so groben Verblendung zu erliegen!"

"So dachten die Ägypter: beim Fest, wenn es am höchsten herging, ließen sie ein Menschengerippe in den Saal tragen, als Mahnung für die Gäste."

"[...] und das Ende ist mit dem Anfang unlösbar verbunden (Manilius)"

 

 

 

 

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