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Krampl Sarah | Villach

1971 in Italien geboren und aufgewachsen. Studium der Romanistik in Graz und Klagenfurt. Ab 2003 Sprachtrainerin und Übersetzerin für Italienisch und Spanisch. Mutter von 3 Kindern. Ich lese sehr viel, weil ich die Sprache an sich, mit all ihren Worten und schönen Satzkonstruktionen liebe. Deutsch ist für mich die Sprache der Philosophie schlechthin, so dass ich seit einigen Jahren auch kurze eigene Texte, so genannte Gedankensplitter zu Papier gebracht habe. Im Eigenverlag sind von mir - als Verarbeitung des Gelesenen - zwei Bücher erschienen: Philosophisch-Literarische Rezensionen und Fachessays.

Publikationen

FachessaysLiterarisch-Philosophische Rezensionen
Fachessays
Fachessays
Kategorie: Essays
Thema: Kultur & Kulturgeschichte, Philosophie, Ethik, Religion, Gesellschaft & Soziales, Humor & Comics
Autor: Krampl Sarah
Verlag: Eigenverlag
Format:
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Leseprobe

MICHEL DE MONTAIGNE - EIN ZEITLOSER PHILOSOPH UND MENSCHENKENNER

 Mit seinem Hauptwerk "Die Essays" (1580) wollte Michel de Montaigne dem Leser ein unverfälschtes Bild seines Menschseins liefern und das ist ihm gelungen. Michel de Montaigne (1533-1592) war ein kritischer, skeptischer, weltoffener Philosoph und Politiker, der sich in seinen Schriften hauptsächlich mit den Schwächen und Stärken des Menschen befasste. Er nahm sich selbst als Studienobjekt und scheute nicht zurück auch über seine Schwächen und Fehlern zu sprechen. Sein Motto lautete: "Qué sais-je?" "Was weiß ich?". Zur Untermaltung seiner Gedanken zog er vor allem römische Dichter wie Lukrez, Seneca und Plutarch heran.

Durch seine Menschenkenntnis, seine Selbstbeobachtung und Selbsterforschung wurde Michel de Montaigne zu einer der Väter der Anthropologie

Als Mensch war er zu Lebzeiten sehr beliebt und in der politischen Öffentlichkeit präsent, unter anderem als Bürgermeister von Bordeaux. Er unternahm mehrere Reisen quer durch Europa, besuchte viele Dichter wie Torquato Tasso ("La gerusalemme liberata") und Politiker wie Heinrich von Navarra und bekam als Katholik von Papst Gregor XIII eine Audienz.

Montaigne hatte kein einfaches Leben: Sein bester Freund Ètienne de la Boetie - der das antimachiavellistische Werk "Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen" schrieb - starb sehr früh, von 5 seiner Kinder überlebte nur ein Kind und die Grausamkeit des religionsmotivierten Bürgerkriegs, vor allem die Bartholomäusnacht, deprimierte und erschreckte ihn zugleich. Enttäuscht und entrüstet, zog er sich im Alter von 38 Jahren in seinem Schloss zurück und ließ auf den Deckenbalken seiner Bibliothek 50 klassische Zitate eingravieren, wie zum Beispiel: "Höchstes Geschick des Menschen ist es, die Dinge zu nehmen wie sie sind und das Übrige nicht zu fürchten".

 Wie verarbeitete Montaigne seine negativen Erfahrungen mit dem Tod?

Montaigne schrieb ein Essay mit der Überschrift "Philosophie heißt sterben lernen" (Zitat von Sokrates). Darin kommt er zu folgenden Schlussfolgerungen: Der Tod soll verachtet werden, Schmerzen sollen ertragen werden und auf das Ende soll sich der Mensch seelisch vorbereiten, indem er jeden Tag an den Tod, an sein Ende, denkt. Folgende Zitate aus diesem Essay sollen dies veranschaulichen:

"Das Ziel unseres Lebenslaufes ist der Tod; zwangsweise richten wir unseren Blick auf ihn: wenn er uns erschreckt, wie können wir da einen Schritt ohne Schaudern gehen? Was tut der gemeine Mann dagegen? Er denkt nicht daran; aber welch tierischer Stumpfsinn gehört dazu, einer so groben Verblendung zu erliegen!"

"So dachten die Ägypter: beim Fest, wenn es am höchsten herging, ließen sie ein Menschengerippe in den Saal tragen, als Mahnung für die Gäste."

"[...] und das Ende ist mit dem Anfang unlösbar verbunden (Manilius)"

 

 

 

 

Gedankensplitter - Die ewige Gegenwart des Lebendigen
Kategorie: Essays
Thema:
Autor: Krampl Sarah
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Leseprobe

Gedankenversuch

Es war einmal ein Mensch. Der wollte in Worte fassen, was er war und so begann die Anthropologie, die Psychologie, die Neurologie, die Medizin, die Wissenschaft vom Menschen. dann gab es noch diese so genannten Philosophen, die sich nicht mit dem Menschen befassten, sondern mit dem Verhalten, denken, Taten des Menschen. Was ist der Mensch? Ein denkendes Schilfrohr? Ein vom Affen emanzipiertes Etwas? Ein Körper? Außen und Innen, Subjekt und Objekt, Erde und Sonne, Sauerstoff und Stickstoff. Heinrich VIII udn Philipp II, der Schöne. Napoleon und Hitler. Friedrich II und Ludwig II. Manfred Spitzer und Milan Kundera. José Saramago udn Portugal. Erdbeben und Candide. David Safier und Chrisotopher Moore. Die Bibel und die Kabbala. Männlich und Weiblich. Ptolemäus und Kopernikus, Dante und Petrarca. Der zweite Weltkrieg und der Terrorismus. Ewing Oil und Reich und Schön. Alles schön säuberlich im Gehirn gespeichert. Der Mensch, ein Wesen aus Fleisch und Blut, Wasser und Haut, Herz, Gefühl und Gedanken. Vernunft und Verstand, Kant und Kierkegaard, Wiederholbares und Nietzsche, che dice? Boh! Bier und Bärenchips. Der Versuch zu entkommen. Oje, Pech gehabt. Keiner entkommt. Es ist alles hier, es bleibt alles hier und alles wird aufgedeckt, früher oder später, besser oder schlechter. Unwissenheit. Herta Müller hat ihren eigenen Schreibstil. Surrealismus, Expressionismus, Tiefenpsychologie, Carl Gustav Jung und Erich Fromm. Exodus und Jesus. Assoziationen. Du kannst nicht entkommen, du kannst vor dir selbst nicht weglaufen. Du kannst versuchen zu flüchten, zu laufen, Meilenweit um dann wieder an den Ausgangspunkt wieder zurückzukehren. Du kannst dich ablenken, Fernsehen, Lesen, Musik hören, Saufen, Drogen nehmen um im nächsten Augenblick wieder du selbst zu sein, mit all deinen Sorgen. [...] Ellipsen, elliptische Erzählweise, Reduktion, Einschränkung auf das Wichtigste, auf das Sein des Menschen, das mittlerweile bereits langweilig und veraltet ist. Der Mensch, wie er ist, soll verschwinden. Er ist bereits verschwunden. Das, was sich Mensch nennt ist ein Sammelsurium aus Illusionen, falschen Überzeigungen, körperlichen Gebrechen. Ein zum Tode verurteilter Körper, ein zum Leben veruteilter Geist. [...] Mein Körper ist ziemlich aufdringlich. Alles, was er mir befiehlt, muss ich wohl oder übel ausführen, wenn ich nicht will, dass mir zum Beispiel die Blase platzt. Oft verwechselt man Körper und Geist; Wer befiehlt wem, wer beeinflusst wen auf welche Weise? Die Sinnesorgane sind die Vermittler zwischen Körper und Geist, die, die die zwei zusammenhalten, warnen zum Beispiel, wenn der Hunger und der Durst kommt. Unser Körper ist so reich bevölkert, von so vielen Bakterien, Viren, Pilzen, Säuren und es fließt so viel Blut in den Adern. Aber von außen ist gar nichts sichtbar. Der Geist ist noch viel weniger sichtbar. Warum so subtil?

Literarisch-Philosophische Rezensionen
Literarisch-Philosophische Rezensionen
Kategorie: Essays
Thema: Kultur & Kulturgeschichte, Philosophie, Erotik & Liebe, Ethik, Gesellschaft & Soziales, Historisches, Wissenschaft & Technik
Autor: Krampl Sarah
Verlag: Eigenverlag
Format: Taschenbuch - 609 Seiten
ISBN:
Preis:
0 Sterne
Leseprobe

Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 1-7

"Die Wirklichkeit ist immer nur der anfang eines Weges ins Unbekannte"

Proust zu lesen bedeutet, eine Welt zu betreten, deren Luft so dünn wird, dass man das Gefühl hat, in eine eigene sterile, saubere Geiseswelt einzutauchen. In diesem Roman kommen nur die subtilsten, "saubersten" Gedanken vor, es gibt nur Geist, keine Erde. Die Keime, die wahrgenommen werden, strahlen ausschließlich aus dem Gewissen aus. In diesem Roman geschieht nichts ruckartiges, die "Action" findet im Inneren des Protagonisten statt, die äußeren Ereignisse lösen eine Lawine an Gedanken, Erinnerungen, Gefühlen und Überlegungen aus, die der Autor meisterhaft in allen Details darlegt.

14 Jahre hat Proust an diesem 7-Bändigen Werk gearbeitet, immer wieder Änderungen und Korrekturen vorgenommen. Von schwächlicher Gesundheit, aber reich, konnte sich Proust ein Leben lang mit Kunst und Kultur befassen und in Kontakt mit Persönlichkeiten aus den höchsten Bildungs- und Aristokratiekreise treten.

[...] Die Stärke von Prousts Roman liegt nicht so sehr in der Beschreibung der äußeren Ereignisse und der materiellen Welt, sondern viel eher in der stilistisch und inhaltlich brillanten Beobachtung und minutiösen, bis ins letzte Detail ausgefeilten Beschreibung von Bewusstseinszuständen, Gefühlen und Gedanken, welche sich so in die Länge und Breite ziehen, dass die Zeit ausgedehnt wird und darin keine Chronologie, keine Messung mehr möglich ist. Am Ende der Lektüre wird man gewahr, wie unmerklich die Zeit vergangen ist.

[...]Die Gabe Prousts besteht darin, dem Leser vor Augen zu führen, wie man sich bei Ausführung bestimmter Tätigkeiten, beim Denken bestimmter Gedanken fühlt, die Beschreibungen darüber sind dermaßen ausführlich und doch sensibel und leicht nachvollziehbar, dass sämtliche Geisteswissenschaftler von ihm noch etwas lernen könnten.

Ein großer Teil des Romans untersucht das Phänomen der Liebe, der verliebten erwiderten und unerwiderten Liebe, der Leidenschaften, die Menschen füreinander empfinden. Proust wird nie ausfällig oder grob, alle leid und freudvollen Regungen, selbst die stärksten und intensivsten, die negativsten und positivsten, werden auf sublime, geistreiche Art beschrieben. Darin liegt auch eine große Stärke des Autors, Gegenstände und materielle Manifestationen davon, auschließlich mit seinem feinen Geist zu erfassen und zu beschreiben. Proust würde nie das Wort "Sex" benützen, nicht einmal "Geschlechtsverkehr" oder "küssen", diese Tätigkeiten kommen alle im Buch vor, werden aber ganz anders beschrieben, seitenweise von Gedanken und Gefühlen geschmückt, so dass die Tätigkeit an sich ein kleiner Punkt inmitten eines großen Ozeans an Innerlichkeit bleibt.

[...]

Kostproben:

"Nur in der Vorstellung, die wir von ihnen haben, existieren andere Wesen"

"Gewöhnlich leben wir mit einem auf das Minimum reduzierten Teil unseres Wesens, die meisten unserer Fähigkeiten wachen gar nicht auf, weil sie sich in dem Bewusstsein zur Ruhe begeben, dass die Gewohnheit schon weiß, was sie zu tun hat, und ihrer nicht bedarf. Unsere Aufmerksamkeit füllt ein Zimmer mit Gegenständen an, doch unsere Gewohnheit lässt sie wieder verschwinden und schafft uns selber darin Platz."

 

 

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